GESCHÄFTSBERICHT 2017

Stromproduktion und Stromverteilung

STROMPRODUKTION MIT MEHRWERT

Groupe E richtete 2017 ihre Tätigkeiten im Bereich der Stromproduktion und -verteilung an zwei Entwicklungsachsen aus : der fortschreitenden Digitalisierung ihrer Arbeit und dem Ausbau ihrer Aktivitäten im Hinblick auf eine bessere Auslastung des Stromnetzes.

AUFSCHWUNG FÜR DIE STROMPRODUKTION

2017 belief sich die Stromproduktion von Groupe E auf insgesamt 1‘329 GWh, wies gegenüber 2016 also ein Plus von 5,8% aus. Insgesamt 22% (296 GWh) der Produktion waren Systemdienstleistungen zugunsten von Netzbetreibern in der Schweiz und in der EU.

Die Hydraulizität war 2017 weniger günstig als im Vorjahr, doch konnte dieser Nachteil durch ein erhöhtes Bezugsrecht von Groupe E an der Stromproduktion der Gommerkraftwerke (GKW) ausgeglichen warden (2017: 96%; Vorjahr: 71%). Ein Teil des erzeugten Stroms trug zur besseren Auslastung der deutschen, österreichischen und Schweizer Stromnetze bei. Groupe E leistet damit einen Beitrag zum reibungslosen Funktionieren des europäischen und Schweizer Transportnetzes und zur Versorgungssicherheit.

Der Anteil des mit neuen erneuerbaren Energien produzierten Stroms stieg kontinuierlich weiter und erreichte 2,6% der von Groupe E für den Markt produzierten Strommenge. Die Anlagen von Groupe E Greenwatt und von unabhängigen Produzenten steuerten im Berichtsjahr 27 GWh bei, 2,2% mehr als 2016.

Der Windpark Les Grandes-Chapelles in Frankreich produzierte 2017 knapp 27 GWh Strom. Im Jahresverlauf wurde aufgrund geänderter Vorschriften die bisher für Windkraftanlagen geltende Leistungsbegrenzung aufgehoben. Dank dieser neuen Regelung ist künftig ein erheblicher Produktionszuwachs dieses Parks zu erwarten.

Das Gesamtvolumen der von Groupe E 2017 im Schweizer und EU-Grossmarkt gehandelten Energie betrug 8‘216 GWh, wobei die Einkäufe 4‘658 GWh und die Verkäufe 3‘558 GWh ausmachten.

Aufwertung der Wasserkraftanlagen. Groupe E betreibt insgesamt 16 Wasserkraftwerke, davon 10 eigene Anlagen. Somit produziert die Unternehmensgruppe im Schnitt mehr als 40% des Stroms, den sie an ihre Kunden verteilt. Schwerpunkte des abgelaufenen Geschäftsjahres waren die weitere Digitalisierung ihrer Stromproduktion und die Aufwertung ihres Anlagenparks, um damit die Herausforderungen der dezentralen Stromproduktion besser zu meistern.

2017 fiel der Startschuss für die Bauarbeiten am Kraftwerk Montbovon, die eine Leistungssteigerung um 3% zum Ziel haben. Die Arbeiten sollen im Laufe des Jahres 2018 abgeschlossen sein. Die Gommerkraftwerke (GKW), an denen Groupe E zu 96% beteiligt ist, führten ihrerseits eine umfassende Sanierung des Wasserkraftwerks Neubrigg durch.

Der Anteil des mit neuen erneuerbaren Energien produzierten Stroms stieg kontinuierlich weiter.

Thermische Energie im Aufwind. In vier Kraftwerken, die teilweise oder ganz im Besitz der Unternehmensgruppe stehen, produziert Groupe E Strom aus thermischen Energiequellen. Dabei handelt es sich einerseits um das Gaskombikraftwerk in Cornaux, das weiterhin erfolgreich als Regulierungswerk im Swissgrid-Netz fungiert. Das Gaskombikraftwerk im österreichischen Timelkam verzeichnete dank der Nachfrage seitens deutscher und österreichischer Transportnetzbetreiber eine hohe Auslastung. Der Produktionsanteil von Groupe E erreichte 285 GWh (+74%). Die Verbrennungsanlagen für Kehricht und Klärschlamm der SAIDEF in Posieux lieferten 55 GWh Strom an Groupe E, was dem Mittelwert der Vorjahre entsprach.

Ein Angebot im Zeichen der Nachhaltigkeit. Im Einklang mit ihrem Engagement für lokal produzierte Energie und Umweltschutz bietet Groupe E bereits seit dem 1. Januar 2017 als Standardprodukt für Privatkunden und KMU den Tarif PLUS für Strom aus 100% erneuerbaren Energien an. Das Produkt wurde von den Kunden sehr gut angenommen und entwickelte sich ausgesprochen erfreulich.

Gleichzeitig erstellte Groupe E für Firmenkunden ein neues Online- Portal. Die einladende, moderne Plattform bietet insbesondere die Möglichkeit eines optimalen Verbrauchsmanagements durch die Echtzeit-Nachverfolgung des Verbrauchs und die Festlegung der Benachrichtigungslimite. Das Angebot ergänzt die bereits bestehende Plattform für Privatkunden.

Die gesamten Stromverkäufe von Groupe E an Endkunden und Wiederverkäufer/Verteiler beliefen sich 2017 auf 2‘451 GWh (2016: 2‘478 GWh). Der leichte Rückgang erklärt sich durch die milde Witterung.

Anstieg der Energiepreise. Einkäufe und Verkäufe wurden auf den Stromgrosshandelsmärkten in Deutschland und in der Schweiz getätigt. Auf dem Schweizer Spotmarkt stiegen die Preise im Januar und Februar aufgrund der niedrigen Wasserstände und geringen Niederschläge, vor allem aber wegen der vorübergehenden Abschaltung französischer Atomkraftwerke über das Niveau der Vorjahre hinaus an. Zum Jahresende tendierten die Preise wie schon 2016 leicht nach oben. Der auch auf den Terminmärkten ab Frühjahr 2017 zu beobachtende Aufwärtstrend wurde begünstigt durch die steigenden Preise für Kohle, CO2 und Erdöl.

Groupe E treibt die Anpassung ihres Stromnetzes voran, um eine zuverlässige, nachhaltige Stromversorgung gewährleisten zu können.

AUF DEM WEG ZUM STROMNETZ VON MORGEN

Ähnlich wie die Stromproduktionselbst durchläuft auch der Stromtransport einen Wandel. Die rasche Zunahme der dezentralen Produktion bedeutet für Energieunternehmen neue Herausforderungen.

Angesichts dieser wichtigen Entwicklung treibt Groupe E die Anpassung ihres Stromnetzes voran, um eine zuverlässige, nachhaltige Stromversorgung gewährleisten zu können. Zu diesem Zweck wurden 2017 Arbeiten an mehreren Anlagen durchgeführt.

Zu den grössten Projekten gehörte die im Berichtsjahr begonnene Renovation des Umspannwerks Estavayer-le-Lac mit der Installation von drei neuen 60/18-kV-Transformatoren, die eine komplexe logistische Planung erfordern. Das Vorhaben, das auch ein neues Gebäude und den Austausch der Hoch- und Mittelspannungsschaltzellen umfasst, soll im Frühjahr 2019 abgeschlossen sein.

Für die Verlegung eines Teilstücks der 60-kV-Freileitung Botterens–Romont/Monteynan in einen unter dem Greyerzer-Viadukt verlaufenden Wartungstollen nutzte Groupe E die Infrastrukturen der Brücke. Zur Verdoppelung der Leistung der Trafostation Monteynan im Kraftwerk Hauterive war zudem die Erneuerung der 60-kV-Anlage und der 17 Leistungsschalter erforderlich, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden.

Ausserdem hat Groupe E ihre Leitstelle modernisiert, um einige veraltete Komponenten zu beseitigen und die Qualität bei der Überwachung des Stromnetzes zu verbessern. Der Leitungsverlauf wird nun automatisch auf Landkarten in Abhängigkeit von der jeweiligen Netzsituation angezeigt. Nach einer Störung wird unverzüglich eine Liste aller von der Unterbrechung betroffenen Kunden erstellt.

Sanierung der öffentlichen Beleuchtung abgeschlossen. Um die öffentliche Beleuchtung effizienter zu gestalten, hat Groupe E 2011 ein Programm in die Wege geleitet, das die Gemeinden bei der Sanierung ihrer Strassenlaternen unterstützen sollte. Dieses bestand in einer finanziellen Unterstützung von insgesamt rund 8 MCHF und der Bereitstellung technischer Beratung. Nach einer Kampagne zum Austausch von Quecksilberdampflampen zielt das Programm seit 2016 auf den Ersatz von Natriumdampflampen mit einer Leistung von bis zu 150 W ab. Rund 80 Gemeinden in den Kantonen Freiburg, Waadt und Neuenburg nutzten das Angebot zur Sanierung ihrer Be- leuchtungsanlagen. So wurden alles in allem über 2‘000 Strassenlampen durch leistungsfähige neue Lichtquellen der jüngsten Generation ersetzt und der Stromverbrauch um insgesamt 50% gesenkt. Das Förderprogramm lief Ende 2017 aus. Einzelne Vorhaben werden noch bis 2019 realisiert.

Engineering. Dank ihrer Kompetenzen im Bereich Engineering konnte Groupe E mehrere Aufträge in den Bereichen Wasserkraft, Stromleitungen und Transformatorenstationen ausführen, überwiegend in der Schweiz, aber auch andernorts in Europa sowie in Afrika.

Die Kooperationen mit anderen Un- ternehmen der Firmengruppe wurden im Berichtsjahr verstärkt, insbesondere bei der Analyse der bestehenden Kommunikationsnetze und des Bedarfs bezüglich Smart Meter- und Smart-Grid-Technologien sowie bei der Modernisierung der Leitstelle von Groupe E.

STROMPRODUKTION BEI JEDER WITTERUNG

Eine Bedingung beim SolarDecathlon lautete, dass jedes der teilnehmenden Häuser seinen Strombedarf netzunabhängig selbst decken muss.

Der NeighborHub wurde zu diesem Zweck mit rund 30 der leistungsfähigsten auf dem Markt angebotenen Solarzellen ausgestattet.

Das beste Produkt zu finden, kann einiges Kopfzerbrechen bereiten. Deshalb verliess sich das Schweizer Team gerne auf Groupe E: «Das Projekt entwickelte sich nach der Anfangsphase massiv weiter», erklärt Peter Cuony, Leiter Smart-Grid-Lösungen bei Groupe E. «Wir mussten flexibel bleiben, um den Studierenden kontinuierlich die jeweils beste Lösung aufzuzeigen. »

Letzten Endes entschied sich das Team – als einziges im Wettbewerb – für verstellbare Sonnenkollektoren, die in die Fassaden des NeighborHub integriert wurden. Eine gute Wahl, wie sich zeigte, denn das Schweizer Gebäude konnte sogar dann noch Strom produzieren, als die dachmontierten Solaranlagen der Konkurrenten in Denver unter Schnee verschwanden.